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Kroeplin - Eine Historie
Als sich Heinrich Carl Kröplin 1883 in seiner Geburtsstadt als selbständiger Uhrmachermeister in Bützow (einst Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin) niederließ, wäre bestimmt niemand auf die Idee gekommen, daß damit der gedankliche Grundstein für ein hochspezialisiertes Unternehmen mit Weltgeltung gelegt wurde. Und doch war damals schon ein Hauch Internationalität eingeflossen, denn H. C. Kröplin verdankte seine Ausbildung nicht allein Lehrmeistern in verschiedenen deutschen Großstädten. Er besuchte die Schweizer Fachschule und arbeitete anschließend in Betrieben am Genfer See und in Südfrankreich.

In seiner Werkstatt verwirklichte er sehr bald schon eigene Entwicklungen auf dem Gebiet der Meßgeräte. Informationen über potentielle Anwender und über neueste Methoden sammelte er u.a. auf der Pariser Weltausstellung. Zu seinen ersten Erfolgen gehörten Sphärometer und Scheitelbrechwertmesser für die optische Industrie sowie Barometer. So wurde in kürzester Zeit aus der Uhrmacher-Werkstatt ein Fabrikationsbetrieb, der sich laufend mit Entwicklung beschäftigte, Verträge mit Importeuren in vielen Ländern Europas und in den USA abschloß, und dessen Produkte zu den Besonderheiten der Leipziger Messen gehörten. Als der Schwiegersohn von H. C. Kröplin, der Elektroingenieur Gustav Adolf Stier, 1909 in das Unternehmen eintrat, wurde in der Universitätsstadt Rostock ein zweiter Betrieb eröffnet, der sich besonders der Entwicklung von Geräten für den naturwissenschaftlichen Unterricht widmete.

Bedingt durch den 1. Weltkrieg verlagerte sich das Produktionsprogramm vorübergehend auf barometrische Höhenmesser für Flugzeuge. Mit dem Jahreswechsel 1918/1919 zog sich H. C. Kröplin vom Geschäft zurück und übergab das Unternehmen zu gleichen Teilen seinem Schwiegersohn und seinem Sohn Heinrich. Die Produktentwicklung blieb weiterhin an den aktuellen Anforderungen des Marktes orientiert und machte sich ständig neue Technologien zunutze. Die Fabrikationsanlagen wurden mehrfach vergrößert, die Zahl der qualifizierten Mitarbeiter wuchs stetig, der Anteil des Auslandsgeschäftes stieg bis 1929 auf 70 Prozent. Die weltweite Wirtschaftskrise nach dem "New Yorker Börsenkrach" ging nicht spurlos an dem Unternehmen vorbei, konnte aber durch Anpassungsfähigkeit an die veränderte Situation auf dem Markt überwunden werden. In dieser schwierigen Zeit wurde der Sohn Karl Heinrich Stier Mitinhaber, der sich insbesondere um die Hygrometrie bemühte und darüber hinaus die Voraussetzungen für einen neuen Abnehmerkreis in der Maschinenbau-, Motoren-, Auto- und Flugzeugindustrie schuf. Aus der ständigen Weiterentwicklung der ersten feinmeßtechnischen Instrumente entstand das "Schnelltaster-System Kröplin", auf dem alle weiteren Innovationen bis hin zu den elektronischen Meßuhren aufbauten.

Durch die sowjetische Besetzung am Ende des 2. Weltkrieges und die Nachkriegswirren wurde diese zielstrebige Ausbautätigkeit unterbrochen. Enteignung, Flucht in den Westen und das Herüberretten von wichtigen Einzelteilen, Konstruktionszeichnungen sowie Kunden- und Lieferantenverzeichnissen in Nacht- und Nebel-Aktionen bestimmten die nächsten Jahre. Anfang 1948 fand K. H. Stier in Professor K. Lehmann in Essen und dessen Schwiegersohn Ullrich Werckmeister in Schlüchtern Partner für den Wiederaufbau der Schnelltaster-Fertigung. Im gleichen Jahr noch wurde die Ruhrfeinmechanik GmbH in Essen mit einer Zweigstelle in Schlüchtern gründet, die Ullrich Werckmeister und Adolf Stier übenahmen, und aus der im Juli 1950 die Kröplin GmbH hervorging mit den beiden Gesellschaftern, 8 Mitarbeitern und einem Startkapital von DM 20.000,00.

In Essen wurde der Einsatz des Meridianweisers, eines Kreiselkompasses für die untertägige Orientierung im Bergbau betrieben, dessen Weiterentwicklung sich Dr.-Ing. K. H. Stier widmete. Bereits auf der ersten Nachkriegsmesse 1952 in Hannover war das Unternehmen wieder vertreten. Die traditionelle Strategie: Produktinnovation in Vorausschau auf die technologische Bedarfsentwicklung des in- und ausländischen Marktes bewährte sich zum wiederholten Male.

Eine große Anzahl neuer und in ihrer Meßgenauigkeit verfeinerter Präzisions-Instrumente kennzeichnen das Wachstum des aus dem Nichts wiederentstandenen Werkes, ebenso wie das weltweit ausgebaute Kunden-Netz, die mehrfach erweiterten Produktionsstätten und eine nach modernsten Erkenntnissen gestaltete innerbetriebliche Organisation.

Seit dem Tod von A. Stier im Jahre 1973 und von U. Werckmeister im Jahre 1980 leitet der Sohn Dipl. Wirtsch. Ing. Claus Werckmeister alleinverantwortlich die Kroeplin GmbH. Mit diesem Datum verbindet sich gleichzeitig die Entwicklung der dritten Meßgeräte-Generation, der "elektronischen Tastarm-Meßuhren". Mikroelektronik in Schnelltastern - das ist ein Innovationsschritt, der die bisher größte Expansion in der hundertjährigen Firmen-Chronik erforderte. Das im Sommer 1983 bezogene neue Verwaltungs- und Produktionsgebäude schafft die Voraussetzung, flexibel und leistungsfähig auf die Anforderungen zu reagieren, mit denen unsere Kunden in aller Welt durch Technologien der Zukunft konfrontiert werden.
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